Interview mit Florian Faust

Rafal: Wer hatte die Idee für die Skatehalle?

Florian: Das war Axel Reichertz, mein Vorgänger, der hat schon seit mehr als 20 Jahren hier in Trier eine Möglichkeit gesucht hat, auch im Winter fahren zu gehen. 2009 hat er es dann geschafft. Er hat die Stadt überzeugt, uns einen Ort  zu geben, um unseren Sport auszuüben.

Rafal: Warum ist dir die Skatehalle so wichtig?

Florian: Es ist mir wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem alle Fans des Rollsports ihren Sport ausüben können. Ich bin auch seit 2009 mit dabei. Ich habe damals noch nicht in der Halle gearbeitet, aber angefangen mitzuhelfen. Es ist hier wie ein Jugendzentrum, wo alle freiwillig hinkommen.

Dustin: Wir bekamt ihr das Gebäude?

Florian: Die Halle ist ein alter Edeka, der stand schon länger leer. Das Grundstück gehört der Stadt, die hat gesagt, ihr könnt hier für den Winter rein.

Fortune: Woher habt ihr die Scooter, BMX-Räder und Skateboards?

Florian: Die haben wir vor allem selbst gekauft. Das Geld haben wir durch den Eintritt und auch durch Veranstaltungen eingenommen. Durch die Zusammenarbeit mit Firmen haben wir auch manche Scooter oder Räder günstiger bekommen.

Fortune: Woher habt ihr die Rampen? Wer hat die gebaut?

Florian: Viele Rampen, die hier stehen, haben wir selbst gebaut. Die Szene ist so groß, dass es immer irgendwo einen Handwerker gibt für das, was wir in der Halle machen wollen. Zum Beispiel einen, der schweißen kann oder einen der mit Holz umgehen kann. Ein paar Rampen sind auch von professionellen Rampenbauern gebaut worden.

Rafal: Wie viele Kinder und Jugendliche dürfen gleichzeitig in die Skatehalle rein?

Florian: Aktuell durch Corona nur 40 Personen, aber sonst hatten wir auch Tage, da waren fast 200 Leute hier. Dann wird es allerdings schon ganz schön eng.

Rafal: Was kann man in der Halle hier noch machen?

Florian: Wir haben noch ein Trampolin und einen Basketballkorb. Aber vor allem sind wir da für alle, die Skateboard, Inliner, Scooter oder BMX-Rad fahren wollen.

Dustin: Wer zahlt die Miete für die Skatehalle? Habt ihr einen Sponsor?

Florian: Wir zahlen keine Miete, wir zahlen nur die Nebenkosten, weil die Halle immer noch der Stadt gehört. Wir sind hier also nur geduldet. Es hieß 2009 eigentlich auch, dass wir nur für den einen Winter reindurften. Wir hätten im Frühling 2010 hier wieder rausgemusst. Aber da sich dann kein Käufer gefunden hat, ist es immer wieder verlängert worden. Jetzt sind wir schon über zehn Jahre hier drin.

Dustin: Das heißt also, wenn ein Käufer gefunden wird, müsstet ihr hier raus?

Florian: Theoretisch ja… aber: Wir haben es so weit geschafft, dass wir hier so lange drinbleiben können, bis wir eine Alternative gefunden haben. Das hat die Stadt uns zugesagt. Aktuell ist eine neue Halle in Planung, die auf dem Walzwerk-Gelände entstehen soll. Das Gelände ist in der Nähe vom Bahnhof.

Fortune: Wie lange bist du schon beim Projekt dabei?

Florian: Seit etwa acht Jahren arbeite ich schon im Team. Seit Januar bin ich der Leiter der Skatehalle. Aber ich habe von Anfang an immer hier mitgeholfen.

Fortune: Wie lange willst du noch dabeibleiben?

Florian: So lange ich kann. Ich studiere auf jeden Fall noch ein Jahr hier, mal sehen, wo es mich danach hintreibt.

Rafal: Hast du Wünsche für die Zukunft?

Florian: Mein großer Wunsch ist, dass die neue Halle irgendwann genauso ein großes Projekt wird wie dieses hier. Und dass es genauso positiv angenommen wird. Und wir müssen im nächsten Jahr Geld zusammenbekommen, um in der neuen Halle neue Rampen zu bauen. Denn die alten Rampen können wir so nicht mitnehmen. Die neue Halle ist auch nur halb so groß. Wir sind ja eine Jugendeinrichtung, aber viele sehen uns nur als „Sportzentrum“, als Sporthalle wie jede andere. Da viele nicht erkennen, dass wir vor allem wichtige Jugendarbeit machen, ist es oft schwierig, ausreichend Gelder zu bekommen. Wir bekommen zwar die Halle gestellt und das ist auch schon wirklich viel. Aber die Rampen brauchen wir natürlich auch. Und die kosten eben Geld. Ich glaube, die Stadt bekommt das nicht ausreichend mit, wie stark Jugendprojekte wie unseres besucht sind.

Rafal: Aber die Jugendlichen sollen doch Spaß haben und etwas unternehmen können und nicht nur zuhause hocken…

Florian: Ja, genau. Es ist viel mehr ein Freundetreff hier als ein Training. Die Kids hängen hier zusammen ab und quatschen.

Fotos: Fortune, Dustin & Hanja Fröhlich